Hydraulischer Abgleich: Grundlage für eine bedarfsgerechte Wärmeverteilung

Hinter dem etwas sperrigen Wort „hydraulischer Abgleich“ verbirgt sich ein Verfahren zur Berechnung und Einregulierung einer Heizungsanlage. Bei bestehenden Heizungsanlagen wurde ein hydraulischer Abgleich möglicherweise nicht durchgeführt oder nach späteren Änderungen nicht erneut vorgenommen, so dass die Heizungsanlagen in Wohngebäuden eventuell nicht vollständig berechnet und einreguliert wurden. Auch nach energetischen Modernisierungen, beispielsweise einer Dämmung oder einem Fenstertausch, kann sich der Wärmebedarf einzelner Räume verändern. Dadurch kann eine erneute Anpassung der Wärmeverteilung erforderlich werden. Eine nicht bedarfsgerecht eingestellte Wärmeverteilung kann den Heizbetrieb beeinträchtigen. Mögliche Folgen sind beispielsweise eine ungleichmäßige Wärmeverteilung, Schwierigkeiten bei der Regelung einzelner Räume oder Strömungsgeräusche an Heizkörperventilen.

Ein hydraulischer Abgleich dient dazu, die Wärmeverteilung innerhalb der Heizungsanlage entsprechend dem jeweiligen Wärmebedarf einzustellen.

Ziele des hydraulischen Abgleichs:

  • raumweise Ermittlung des Wärmebedarfs als Grundlage für die Einstellung der Heizkörperventile

  • bedarfsgerechte Verteilung des Heizwassers auf die einzelnen Heizkreise bzw. Heizkörper

  • Einstellung geeigneter Volumenströme und Differenzdrücke

  • Unterstützung einer gleichmäßigen Wärmeverteilung im Gebäude

  • bedarfsgerechte Einstellung der Heizungsregelung und der Umwälzpumpe

Im Rahmen der Anlagenplanung zusätzlich wichtig:

  • Ermittlung der Heizlast des Gebäudes

  • Auswahl und Dimensionierung des Wärmeerzeugers

  • Festlegung einer geeigneten Heizkurve

  • Vermeidung einer unnötigen Überdimensionierung

Lohnt sich eine Berechnung der Heizungslanlagen?

Eine fachgerecht berechnete und eingestellte Heizungsanlage schafft eine Grundlage für eine bedarfsgerechte Wärmeverteilung und Regelung.
Im Forschungsprojekt OPTIMUS wurden 92 Gebäude untersucht. Die Untersuchung befasste sich mit der Optimierung bestehender Heizungsanlagen und den damit verbundenen Energieeinsparpotenzialen. Für die untersuchten Anlagen wurde ein mittlerer Einsparwert von 8 kWh/(m²·a) angegeben. Die tatsächliche Einsparung kann je nach Gebäude, Ausgangszustand und durchgeführten Maßnahmen unterschiedlich ausfallen. Die Ergebnisse zeigen, dass bei bestehenden Heizungsanlagen durch eine fachgerechte Optimierung Energieeinsparungen möglich sein können. Ob und in welchem Umfang ein hydraulischer Abgleich im Einzelfall zu Einsparungen führt, hängt unter anderem vom Zustand und der bisherigen Einstellung der Heizungsanlage ab.

Für eine fachgerechte Einregulierung ist eine entsprechende Berechnung der Heizungsanlage erforderlich. Dabei werden unter anderem der Wärmebedarf der einzelnen Räume und die erforderlichen Einstellungen der Wärmeverteilung berücksichtigt.

Die zwei Verfahren des hydraulischen Abgleichs

Im hydraulischen Abgleich ist oftmals von zwei verschiedenen Verfahren die Rede:
Verfahren A basiert auf vereinfachten Annahmen und berücksichtigt daher nicht alle Parameter, die bei einer detaillierten Berechnung der Heizungsanlage einbezogen werden können. Für eine detaillierte Planung im Gebäudebestand kann deshalb ein umfassenderes Berechnungsverfahren sinnvoll sein.

Verfahren B basiert auf einer detaillierteren Berechnung der Heizungsanlage. Dabei können unter anderem der Wärmebedarf der einzelnen Räume, die Heizkörperauslegung sowie die hydraulischen Verhältnisse des Systems berücksichtigt werden. Dadurch lässt sich die Wärmeverteilung innerhalb der Anlage differenzierter planen und einstellen.

Bei Neubauten stehen in der Regel umfangreiche Planungsdaten zur Verfügung. Eine Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 kann mit einer entsprechenden Rohrnetzberechnung kombiniert werden, um die Heizungsanlage detailliert auszulegen.

effeff.ac bietet im Rahmen seiner Leistungen die beiden letztgenannten Berechnungsansätze an.