Thermografie: Wärmebildaufnahmen mit Infrarotdigitalkamera

Ein Thermogramm, auch als Thermografie- oder Wärmebild bezeichnet, zeigt die Temperaturverteilung eines Objektes an. Zur Aufnahme eines Thermogramms wird eine spezielle Infrarotdigitalkamera benutzt. Im Gegensatz zur Fotografie handelt es sich dabei nicht um ein chemisches bildgebendes Verfahren, vielmehr besteht das Thermogramm aus Bildpunkten, denen auf Grundlage der erfassten Infrarotstrahlung Temperaturwerte zugeordnet werden. Durch die Zuordnung von Farben zu den Temperaturen entsteht daraus durch Umrechnung die bekannte Falschfarbendarstellung, wie sie auch oben abgebildet ist. Die Darstellung eines Thermogramms kann durch die Wahl der Temperaturskala und Farbpalette beeinflusst werden. Deshalb können identische Messdaten je nach gewählter Darstellung unterschiedlich wirken. Für die fachliche Bewertung sind daher neben dem Bild insbesondere die zugrunde liegenden Temperaturwerte, die gewählte Skala und die Aufnahmebedingungen zu berücksichtigen.

Analyse Thermografie

Ein Thermografiebild sollte für eine fachliche Auswertung mit einer geeigneten Temperaturskala dargestellt werden. Ohne Temperaturangaben ist eine quantitative Beurteilung der dargestellten Temperaturunterschiede nur eingeschränkt möglich.
Für eine belastbare technische oder energetische Bewertung sind neben den Messdaten Kenntnisse der Infrarotmesstechnik und der physikalischen Grundlagen der Wärmestrahlung sowie Informationen über die Bauweise und Nutzung des untersuchten Objekts erforderlich. Thermografieaufnahmen sollten daher bei einer technischen oder energetischen Bewertung fachgerecht interpretiert werden.
Eine farbliche Darstellung allein erlaubt keine Aussage darüber, ob an einer bestimmten Stelle ein energetischer Mangel oder Wärmeverlust vorliegt. Bei der Interpretation müssen beispielsweise Wärmespeichereffekte, Wärmebrücken, Reflexionen und weitere Einflüsse der Messumgebung berücksichtigt werden.
Je nach Anwendungsbereich sind unterschiedliche fachliche Kenntnisse erforderlich. Zu den Anwendungsgebieten gehören beispielsweise Bau-, Elektro- und Industriethermografie sowie weitere spezielle Einsatzbereiche.

Die Thermografie bietet vielfältige Anwendungsmöglichkeiten, hat jedoch auch methodische Grenzen. Eine Wärmebildkamera ist keine Röntgenkamera und kann daher nicht durch eine Oberfläche hindurchsehen.
Eine Thermografie ersetzt weder einen Gebäudeenergieausweis noch ein Baugutachten. Sie kann jedoch ergänzende Informationen für die energetische oder bauliche Beurteilung eines Gebäudes liefern.
Eine fachgerecht durchgeführte und ausgewertete Thermografie kann zusätzliche Informationen über thermische Eigenschaften und Auffälligkeiten eines Objekts liefern. So können beispielsweise Hinweise auf Wärmebrücken oder unter geeigneten Bedingungen auf verdeckte Baustrukturen gewonnen werden. Im Elektrobereich können thermische Auffälligkeiten an Klemmverbindungen oder anderen elektrischen Komponenten sichtbar werden. Auch bei Photovoltaikanlagen können unter geeigneten Messbedingungen thermische Auffälligkeiten an Modulen oder elektrischen Komponenten erkannt werden. Die jeweilige Ursache einer Auffälligkeit muss anschließend fachgerecht geprüft werden.

Für aussagekräftige Ergebnisse sind neben geeigneter Messtechnik insbesondere die fachgerechte Durchführung, die Dokumentation der Messbedingungen und die sachkundige Interpretation der Ergebnisse entscheidend.

Was wir für Sie tun können:

  • Sie haben bereits Thermografieaufnahmen Ihres Gebäudes? Gerne prüfen und erläutern wir die vorliegenden Aufnahmen im Rahmen eines Beratungsgesprächs – entweder in unserer Geschäftsstelle oder vor Ort bei Ihnen.